Wenn die traumatischen Reize in der Überzahl sind, kann es zu einer dauerhaften, nicht reversiblen Schädigung des kindlichen Gehirns kommen. Andauernder Stress bewirkt bei Kindern eine chronische Übererregbarkeit auf Grund ständiger Überschwemmung des Organismus mit Adrenalin und einer Hemmung der Aufnahme von Serotonin. Traumatisierte Kinder fühlen sich ohnmächtig und ausgeliefert und befinden sich in einem Zustand ständiger Erregung. Selbstvertrauen oder Vertrauen in die Umwelt kann ein solches Kind nicht entwickeln. Die Stresshormone Adrenalin und Cortisol geraten aus den Gleichgewicht. Das Hormonsystem kommt schließlich an seine Grenzen und erschöpft sich. Dies führt zu einem Teufelskreis von immer mehr Stress und Erschöpfung. Oft ist dann auch noch der dringend benötigte erholsame Schlaf gestört, was zu einer deutlichen Verschärfung der negativen Entwicklung führt. Dieses Gefühl der totalen Erschöpfung kann man einem gesunden Menschen leider in Worten nicht erklären. Denn es gibt tatsächlich viele Zeitgenossen die erteilen dann noch "gute Ratschläge": Du musst Ausdauersport machen und mehr unter die Leute gehen!

Leider musste ich aber sogar bei einigen Therapeuten die Erfahrung machen, dass sie sich den tatsächlichen Grad der Erschöpfung nicht wirklich vorstellen konnten.



 

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Die Misshandlungsfolgen:

Menschen, die als Kind misshandelt oder missbraucht wurden haben als Erwachsene ein höheres Risiko, an chronischen Erkrankungen und Tumoren zu leiden. Denn das Erbgut wird durch die Gewalt massiv geschädigt, wie Forscher berichten. Hierzu nachfolgend ein Artikel aus N-TV:

 

Zitat aus diesem Artikel:

 

"Eine Unze Prävention ist so viel wert wie ein Pfund Heilung", wird Terrie Moffitt von der Duke University in einer Mitteilung seiner Hochschule zitiert. "Einige der Milliarden Dollar, die für Alterskrankheiten wie Diabetes, Herzleiden und Demenz ausgegeben werden, sollten besser darin investiert werden, Kinder vor Leid zu schützen."

 

 

 

Wenn Kinder von ihren Eltern misshandelt werden, werden sie die Schäden ihr Leben lang nicht mehr los. Im stern.de-Interview spricht der Neurobiologe Gerald Hüther über die psychischen Folgen, die neurologische Wirkung einer Ohrfeige und den Verlust des Urvertrauens.